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Stadionchronik

Stadiongelände um 1900Das heutige Gelände des Rudolf-Harbig-Stadions wurde erstmals im Jahre 1896 als Sportstätte erwähnt, als die letzten Käufe zur Umgestaltung des Güntz-Platz zu einem einheitlichen Spiel- und Sportgelände getätigt wurden. Dieses Areal bildete später die Basis für die Errichtung der Kampfbahn. Die neu gegründete Mannschaft "Dresdensia" fand an der Lenneéstraße ihre Heimstädte.


Gelände um 1900Im Jahre 1921 stiftete der Geheimrat Hermann Ilgen Mittel zur Errichtung eines Zierbrunnens auf dem Rathausplatz. Der immer fühlbarer werdende wirtschaftliche Niedergang und die beispiellose Geldentwertung rückte jedoch die Ausführung dieses Planes in weite Ferne. Der Begründer der Stiftung kam daher zu der Überzeugung, dass der Bau des Brunnens nicht realisierbar sei und außerdem nicht dem aktuellen Zeitempfinden entsprechen würde. In einem Nachtrag zur Stiftungsurkunde erklärte der Gründer schließlich, dass der Stiftungsbetrag Verwendung zur Errichtung eines Stadions auf dem Güntzplatz finden soll. Ein Betrag von 500.000 Mark stand dafür zur Verfügung.

10 Gebote für den besucherNach gründlicher Prüfung anderer Standorte wurde die Güntzwiese vom Städtischen Hochbauamt als geeignet angesehen, weil sich das betreffende Grundstück bereits in städtischer Hand befand und u.a. eine sehr gute Verkehrsanbindung vorlag. Außerdem ermöglichte es die zentrale Lage einem Großteil der Zuschauer, zu Fuß in die Kampfbahn zu gelangen. Desweiteren konnten die Anlagen einer bereits früher an diesem Ort errichteten Sportanlage beim Neubau verwendet werden.

Festschrift zur Einweihung 1923Die Kampfbahn der Stadt Dresden konnte aus Kostengründen nur als einfachste Anlage mit 24.000 Zuschauerplätzen (darunter 300 Sitzplätze) errichtet werden, bot aber eine mögliche Erweiterung auf 40.000 Plätze. Der Haupteingang befand sich im Bereich der Lenneéstraße / heutige Hinterseite des Casinos. Erhalten blieb auch das Sportkaffée im Bereich des heutigen Eingangsbereiches vor dem sich das sogenannte Aufmarschgelände befand, auf dem sich bis zu 10.000 Wettkämpfer aufstellen konnten.

Die Kampfbahn auf den Güntzwiesen hatte ihren Charakter als öffentliche Grünfläche behalten, erfüllte auch weiterhin die Funktion der Verbindung von Großem Garten und Bürgerwiese. Ursprünglich war sogar geplant, eine 100m-Schwimmbahn nachzurüsten, wozu es aber aus Kostengründen nicht kam.

Lageplan um 1923Mit dem Bau wurde im Spätherbst 1922 begonnen, die Fertigstellung erfolgte zur Eröffnung der Ausstellung Jahresschau Deutscher Arbeit "Spiel und Sport" am 16. Mai 1923. Bei den Entwurfsarbeitet standen dem Stifter der Regierungsbaumeister Fischer, bei der technischen Ausführung Amtsbaurat Helm zur Seite. In den Stein des Eingangspfeilers wurde folgender Spruch gemeißelt:

Durch Opferwil'gen Bürgers Sinn geschaffen,
Als deutsches Volk in tiefer Not rang um sein Dasein:
Sei eine Städte freud'gen Kampf der Jugend,
Auf der ein neu und frei Geschlecht erstarke,
Das vorwärts drängt zu neuem Leben.


Luftbild um 1936Am 23.09.1951 wurde die im Krieg schwer zerstörte Ilgen-Kampfbahn als Rudolf-Harbig-Stadion wieder eingeweit. Dynamo Dresden spielte in der DDR-Oberliga vor 14.000 Zuschauern gegen Lokomotive Stendal. Erst ab Januar 1957 erfolgte der endgültige Umzug der drittklassigen Volkspolizei-Mannschaft Dynamo ins Harbig-Stadion. Der damals erfolgreichere Verein SC Einheit (Nachfolger von Rotation) zog in das größere Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege.

1957 wurde das Stadion vom Ministerium für Staatssicherheit übernommen. Als Dynamo 1967 sein Debüt im Europapokal feierte, stand allerdings erneut ein Umzug ins Haus, da die Kapazität des Harbig-Stadions nicht ausreichte.

Am 3. September 1969 wurde die neue Flutlichtanlage mit einem Spiel der Dynamos gegen eine DDR-Auswahl eingeweiht. Ihren Namen hatten sie schon, bevor sie das Licht der Welt erblickten - die Dresdner tauften sie als "Giraffen". Mit einer Höhe von 60 Metern, einer Neigung von 20 Grad überragen die vier 60,5 Tonnen schweren Flutlichtmasten mit ihren jeweils sechs Bühnen und 26 Flutlichtstrahlern das Schmuckkästchen Rudolf-Harbig-Stadion. 104 Lampen mit einer Leistung von insgesamt 208 Kilowatt erzeugten eine Lichtstärke von anfangs 570 Lux (später 700 Lux). Ausgeführt wurden die Bauarbeiten von der PGH Elektrobau Dresden mit ihrem Chefingenieur Kolbe, vom VEB Schiffsreparaturwerften Berlin, Werk Tangermünde, der die Stahlkonstruktionen schuf und dem VEB Sächsischer Brücken- und Stahlhochbau Dresden, der die Montage ausführte. » Foto-Galerie zum Bau der Flutlichtanlage

Im Sommer 1971 erfolgte die Umbennennung in "Dynamo-Stadion". Erst seit 1990 trägt die Arena wieder den Namen des Leichtathleten Rudolf Harbig. Durch umfangreiche Erweiterungen steigt das Fassungsvermögen ab Sommer 1976 auf 36.000, in der Sommerpause 1980 wird das maximale Fassungsvermögen von 38.500 Plätzen erreicht.

AnzeigetafelAm 6. Juni 1979 wird anlässlich des Oberliga-Punktspiels gegen den 1.FC Magdeburg die neue elektronische Anzeigetafel erstmals in Betrieb genommen - die offizielle Einweihung erfolgte erst im Herbst. Die Anzeige bestand aus 4.333 einzelnen Lampen. Heute wird die Tafel durch einen modernen PC gesteuert. Die Software wurde 1994 extra dafür entwickelt.

Am 29. September 1990 unterzeichnen Dynamo Dresden und das Komitee zur Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit der DDR einen Nutzungsvertrag für das Stadion, laut dem der Verein alle Kosten trägt, aber auch sämtliche Einnahmen zu 100% behält.

Nach neuesten DFB- und FIFA-Normen wird das Stadion im Sommer 1992 modernsiert. Das offizielle Fassungsvermögen reduziert sich auf 32.500 Zuschauer. In den Übergangsbereichen zwischen Geraden und Kurven wurden Sitzplatzbereiche eingerichtet. Montiert wurden dafür statt der Bänke einzelne Sitzschalen. Der alte Rasen wurde durch einen modernen Rollrasen ersetzt. Dies war die erste Rasenerneuerung seit 1956. Getragen wurden die Kosten (750.000 DM) durch die Stadt Dresden, die seit 01.01.1992 Eigentümer des Stadions war. Außerdem wurden Maßnahmen hinsichtlich der Sicherheit ergriffen (Zäune etc.).

Nach dem Abstieg Dynamos aus der 1. Bundesliga erfolgten nur noch kleinere Renovierungsarbeiten. So wurden die beiden Flutlichtmasten an der Ostseite saniert und Sicherheitsanlagen in den Blöcken erneuert. Mittlerweile wird bis auf wenige Ausnahmen nur noch der Eingangsbereich an der Lenneéstraße / Bürgerwiese genutzt. Der Verein ringt seit mehreren Jahren mit der Stadt Dresden, Eigentümer des Stadions, um einen Erbpachtvertrag, der die Grundlage für mögliche Investitionen des Vereines in das Stadion bilden würde.



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Stadionchronik

Stadiongelände um 1900Das heutige Gelände des Rudolf-Harbig-Stadions wurde erstmals im Jahre 1896 als Sportstätte erwähnt, als die letzten Käufe zur Umgestaltung des Güntz-Platz zu einem einheitlichen Spiel- und Sportgelände getätigt wurden. Dieses Areal bildete später die Basis für die Errichtung der Kampfbahn. Die neu gegründete Mannschaft "Dresdensia" fand an der Lenneéstraße ihre Heimstädte.


Gelände um 1900Im Jahre 1921 stiftete der Geheimrat Hermann Ilgen Mittel zur Errichtung eines Zierbrunnens auf dem Rathausplatz. Der immer fühlbarer werdende wirtschaftliche Niedergang und die beispiellose Geldentwertung rückte jedoch die Ausführung dieses Planes in weite Ferne. Der Begründer der Stiftung kam daher zu der Überzeugung, dass der Bau des Brunnens nicht realisierbar sei und außerdem nicht dem aktuellen Zeitempfinden entsprechen würde. In einem Nachtrag zur Stiftungsurkunde erklärte der Gründer schließlich, dass der Stiftungsbetrag Verwendung zur Errichtung eines Stadions auf dem Güntzplatz finden soll. Ein Betrag von 500.000 Mark stand dafür zur Verfügung.

10 Gebote für den besucherNach gründlicher Prüfung anderer Standorte wurde die Güntzwiese vom Städtischen Hochbauamt als geeignet angesehen, weil sich das betreffende Grundstück bereits in städtischer Hand befand und u.a. eine sehr gute Verkehrsanbindung vorlag. Außerdem ermöglichte es die zentrale Lage einem Großteil der Zuschauer, zu Fuß in die Kampfbahn zu gelangen. Desweiteren konnten die Anlagen einer bereits früher an diesem Ort errichteten Sportanlage beim Neubau verwendet werden.

Festschrift zur Einweihung 1923Die Kampfbahn der Stadt Dresden konnte aus Kostengründen nur als einfachste Anlage mit 24.000 Zuschauerplätzen (darunter 300 Sitzplätze) errichtet werden, bot aber eine mögliche Erweiterung auf 40.000 Plätze. Der Haupteingang befand sich im Bereich der Lenneéstraße / heutige Hinterseite des Casinos. Erhalten blieb auch das Sportkaffée im Bereich des heutigen Eingangsbereiches vor dem sich das sogenannte Aufmarschgelände befand, auf dem sich bis zu 10.000 Wettkämpfer aufstellen konnten.

Die Kampfbahn auf den Güntzwiesen hatte ihren Charakter als öffentliche Grünfläche behalten, erfüllte auch weiterhin die Funktion der Verbindung von Großem Garten und Bürgerwiese. Ursprünglich war sogar geplant, eine 100m-Schwimmbahn nachzurüsten, wozu es aber aus Kostengründen nicht kam.

Lageplan um 1923Mit dem Bau wurde im Spätherbst 1922 begonnen, die Fertigstellung erfolgte zur Eröffnung der Ausstellung Jahresschau Deutscher Arbeit "Spiel und Sport" am 16. Mai 1923. Bei den Entwurfsarbeitet standen dem Stifter der Regierungsbaumeister Fischer, bei der technischen Ausführung Amtsbaurat Helm zur Seite. In den Stein des Eingangspfeilers wurde folgender Spruch gemeißelt:

Durch Opferwil'gen Bürgers Sinn geschaffen,
Als deutsches Volk in tiefer Not rang um sein Dasein:
Sei eine Städte freud'gen Kampf der Jugend,
Auf der ein neu und frei Geschlecht erstarke,
Das vorwärts drängt zu neuem Leben.


Luftbild um 1936Am 23.09.1951 wurde die im Krieg schwer zerstörte Ilgen-Kampfbahn als Rudolf-Harbig-Stadion wieder eingeweit. Dynamo Dresden spielte in der DDR-Oberliga vor 14.000 Zuschauern gegen Lokomotive Stendal. Erst ab Januar 1957 erfolgte der endgültige Umzug der drittklassigen Volkspolizei-Mannschaft Dynamo ins Harbig-Stadion. Der damals erfolgreichere Verein SC Einheit (Nachfolger von Rotation) zog in das größere Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege.

1957 wurde das Stadion vom Ministerium für Staatssicherheit übernommen. Als Dynamo 1967 sein Debüt im Europapokal feierte, stand allerdings erneut ein Umzug ins Haus, da die Kapazität des Harbig-Stadions nicht ausreichte.

Am 3. September 1969 wurde die neue Flutlichtanlage mit einem Spiel der Dynamos gegen eine DDR-Auswahl eingeweiht. Ihren Namen hatten sie schon, bevor sie das Licht der Welt erblickten - die Dresdner tauften sie als "Giraffen". Mit einer Höhe von 60 Metern, einer Neigung von 20 Grad überragen die vier 60,5 Tonnen schweren Flutlichtmasten mit ihren jeweils sechs Bühnen und 26 Flutlichtstrahlern das Schmuckkästchen Rudolf-Harbig-Stadion. 104 Lampen mit einer Leistung von insgesamt 208 Kilowatt erzeugten eine Lichtstärke von anfangs 570 Lux (später 700 Lux). Ausgeführt wurden die Bauarbeiten von der PGH Elektrobau Dresden mit ihrem Chefingenieur Kolbe, vom VEB Schiffsreparaturwerften Berlin, Werk Tangermünde, der die Stahlkonstruktionen schuf und dem VEB Sächsischer Brücken- und Stahlhochbau Dresden, der die Montage ausführte. »
Foto-Galerie zum Bau der Flutlichtanlage

Im Sommer 1971 erfolgte die Umbennennung in "Dynamo-Stadion". Erst seit 1990 trägt die Arena wieder den Namen des Leichtathleten Rudolf Harbig. Durch umfangreiche Erweiterungen steigt das Fassungsvermögen ab Sommer 1976 auf 36.000, in der Sommerpause 1980 wird das maximale Fassungsvermögen von 38.500 Plätzen erreicht.

AnzeigetafelAm 6. Juni 1979 wird anlässlich des Oberliga-Punktspiels gegen den 1.FC Magdeburg die neue elektronische Anzeigetafel erstmals in Betrieb genommen - die offizielle Einweihung erfolgte erst im Herbst. Die Anzeige bestand aus 4.333 einzelnen Lampen. Heute wird die Tafel durch einen modernen PC gesteuert. Die Software wurde 1994 extra dafür entwickelt.

Am 29. September 1990 unterzeichnen Dynamo Dresden und das Komitee zur Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit der DDR einen Nutzungsvertrag für das Stadion, laut dem der Verein alle Kosten trägt, aber auch sämtliche Einnahmen zu 100% behält.

Nach neuesten DFB- und FIFA-Normen wird das Stadion im Sommer 1992 modernsiert. Das offizielle Fassungsvermögen reduziert sich auf 32.500 Zuschauer. In den Übergangsbereichen zwischen Geraden und Kurven wurden Sitzplatzbereiche eingerichtet. Montiert wurden dafür statt der Bänke einzelne Sitzschalen. Der alte Rasen wurde durch einen modernen Rollrasen ersetzt. Dies war die erste Rasenerneuerung seit 1956. Getragen wurden die Kosten (750.000 DM) durch die Stadt Dresden, die seit 01.01.1992 Eigentümer des Stadions war. Außerdem wurden Maßnahmen hinsichtlich der Sicherheit ergriffen (Zäune etc.).

Nach dem Abstieg Dynamos aus der 1. Bundesliga erfolgten nur noch kleinere Renovierungsarbeiten. So wurden die beiden Flutlichtmasten an der Ostseite saniert und Sicherheitsanlagen in den Blöcken erneuert. Mittlerweile wird bis auf wenige Ausnahmen nur noch der Eingangsbereich an der Lenneéstraße / Bürgerwiese genutzt. Der Verein ringt seit mehreren Jahren mit der Stadt Dresden, Eigentümer des Stadions, um einen Erbpachtvertrag, der die Grundlage für mögliche Investitionen des Vereines in das Stadion bilden würde.


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